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Wo liegt Bessarabien?

 

die Lage Bessarabiens in Europa
die Lage Bessarabiens in Europa

bessarabien (Besarabya in Türkisch, Basarabia in Rumänisch, Бессарабія auf Ukrainisch, Бессарабия auf Russisch, Бесараби auf Bulgarisch), das um 100 v. Chr. als Dakien bekannt war, ist eine historische Region in Südosteuropa östlich von Rumänien.

Als natürliche Grenze weißt Bessarabien im Westen den Fluss Prut, im Osten den Fluss Dnister und im Süden das Donaudelta und das Schwarze Meer auf. Im Norden ist das Land von der Bukovina begrenzt.

 

Ostkarpaten
Ostkarpaten in Rumänien

Als Durchgangsland zum Balkan und in die Ostkarpaten spielte Bessarabien wegen seiner strategischen Position eine wichtige Rolle für viele Völker.

Es hat den zweifelhaften Vorteil des Donaudeltas. Die Donau, der größte schiffbare Fluss Mittel- und Osteuropas, auf dem flussabwärts Bayern, Österreich, Böhmen, Ungarn, Serbien, Rumänien und Bulgarien Handel treiben.

 

Festung Akkerman
Festung Akkerman

Auch der 1.352 km lange Dnister, von dem nur ca. 500 km schiffbar sind, spielt eine wichtige Rolle bei der Verschiffung von Agrarprodukten (Getreide, Gemüse, Sonnenblumenkerne), Vieh und Holz. An ihm liegen die Häfen Chotyn, Bender (Tighina) und Akkerman1 (Belgorod-Dnestrovski), die die nächsten Absatzmärkte nach Polen, in die Ukraine und zum Schwarzen Meer sind.

Bessarabien war wegen seiner Vorteile über Jahrhunderte hinweg eine Pufferregion zwischen den Großmächten Österreich, Russland und dem Osmanischen Reich.

Bessarabien von 1812 bis 1940
Bessarabien von 1812 bis 1940

Die Gebietsbezeichnunng Bessarabien entstand 1812, als der östliche Teil des Fürstentums Moldau nach dem 8. Russisch-Türkischen Krieg (1806–1812) die Herrschaft dieses Gebietes an das Russische Reich abtreten musste.

 

Bessarabien erstreckt sich in einer Länge von 450 km und hat eine Durchschnittsbreite von 100 km. Die Flächengröße beträgt rund 45.000 km2.

Als Karpatenausläufer ist Nordbessarabien eine Hochebene, deren Meereshöhe rund 400 m erreicht. Die Hügel sind hauptsächlich mit Eichen und Buchen bewaldet.

Auch in Mittelbessarabien ungefähr bis Bender (Thigina) befinden sich Eichen- und Buchenwälder. Ab Bender geht es dann allmählich in die Steppe Südbessarabiens.

Budschak
Budschak

Dieser Teil des Landes, das eigentliche Siedlungsgebiet der Deutschen, nannten die Rumänen Tataria oder Bugeac (Budschak, Tatarisch: Winkel, Dreieck) oder bessarabische Steppe. Das Dreieck entsteht, wenn man die Orte Bender (Tighina), Akkerman (Bilhorod-Dnistovs'kyy) und Ismail (Ismajil) mit je einer Linie verbindet.

Es ist eine flachwellige Hügellandschaft und liegt ca. 200 m über dem Meeresspiegel. Ursprünglich war dieser Teil des Landes von dichtem, mannshohem Steppengras bedeckt. Die künstlich angelegten Akazienwäldchen waren spätere Pflanzungen der Siedler.

 

Namensgebung

Basarab I.
Basarab I.
Gründer des Fürstentums Walachei

Der Begriff "Bessarabien" (rumänisch: Basarabia) leiten die Rumänen vom walachischen Haus Basarab ab, das angeblich im 14. Jahrhundert im südlichen Teil dieses Gebietes herrschten. Die Adelskaste der Basarab soll anfangs im Dienst der Tataren der Goldenen Horde2 als Zöllner und Tributeintreiber an den Donauübergängen aufgetreten sein.

 

Ursprünglich galt nur das südliche Drittel als Terra Bassarabum (lat.: bessarabische Erde), das ungefähr dem Budschak (vom Tatarischen: Winkel, Dreieck), wo meine Eltern geboren sind, entspricht.

Nach anderen Quellen erhielt es seinen Namen von den im 7. Jahrhundert eingewanderten thrakischen Bessern.

Die Osmanen3 waren die ersten, die es "Besarabya" nannten, nachdem sie sich 1484 und 1538 dort militärisch niederließen.

 

Bessarabien heute

Bessarabien heute
Bessarabien heute

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Begriff Bessarabien von der Landkarte gestrichen.

Heute gehört Nord- und Mittelbessarabien fast ganz zu Moldawien (mit Ausnahme des Gebiets um Chotyn, das zur Ukraine gehört) und Südbessarabien, der Budschak oder historisches Bessarabien, wo meine Eltern geboren sind, zur Ukraine.

 

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1 Akkerman = die 600 v. Chr. von den ionischen Griechen gegründete Stadt Tyras gehört zu den ältesten Städten der Welt; die Phönizer nannten sie Ophiussa, die Griechen Makaphon und ab 400 vor Chr. wurde sie Tyras (nach dem gleichnamigen Fluss) genannt. In römischer Zeit hieß die Stadt Alba Julia; die slawischen Stämme nannten sie Belgorod (weiße Stadt), seit dem 10. Jahrhundert sind die Namen Maurocastro und Aspocastro bekannt; die Kumanen bezeichneten die Stadt im 12. Jahrhundert als Barmunia und Ak-Libo; Ende des 13. Jahrhunderts bekam sie den Namen moncastro oder Malvocastro. Unter den moldauischen Fürsten gehörte die Stadt, jetzt Cetatea Albă (weiße Zitadelle) genannt, zu einem Verteidigungsgürtel gegen die Mongoleneinfälle. Nach der Eroberung 1484 durch türkische Heere hieß sie Akkerman (aq = weiß und kerman = Stadt). Nach dem Anschluss Bessarabiens an Rumänien (1918) erhielt die Stadt wieder ihren moldauische Namen Cetatea Albă. Heute heißt sie Bolgorod Dnjestrowski.

2 Goldene Horde = Bezeichnung für mongolische und türkische Krieger, die in Osteuropa einfielen; gleichzeitig der Name eines historisches mongolisches Teilreiches in Osteuropa und Westsibirien, das Batu Khan 1251 an den Ufern der Wolga errichtete. Die Goldene Horde überquerte 1237 den Fluss Ural und stieß bei ihrem von Plünderungen, Morden und Brandstiftungen begleiteten Eroberungszug bis ins Zentrum der russischen Fürstentümer vor. Moskau und Kiew wurden quasi dem Erdboden gleichgemacht und die Bevölkerung niedergemetzelt. Die Goldene Horde beherrschte das heutige Südrussland bis Ende des 15. Jahrhunderts. Von Russland aus drängte die Goldene Horde weiter nach Polen, Schlesien und Ungarn.

3 Osmanen = ein historisches Turkvolk in Kleinasien, seit 1923 einheitlich als Türken bezeichnet.

 

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